Wilde Pferde

Foto: wilde pferde
wilde pferde ist ein Performancekollektiv, das von 2010 bis 2018 zusammen arbeitete und verschiedene künstlerische Formate zwischen Performance, Musik, Tanz und Film entwickelte. Thematisch forschten wilde pferde an der Schnittstelle von gesellschaftlich konsturierten Körperbildern, Bewegungsgewohnheiten und kulturphilosophischen Prämissen. In den Stückentwicklungen bot ein Alltagsproblem oft die Grundlage und durch den produktiven Umweg über gesellschaftskritische und wissenschaftliche Analysen hin zu einem partizipativen Performanceformaten entstanden im Laufe der Jahr 4 Bühnenstücke und eine Film-Adaption.
wildepferde.net
Nach dem Duet PhRasen der Dressur (Villa Wigmann, 2009) in Zusammenarbeit mit der Sängerin Madlen Stange, initierte Mooooon 2010 im Rahmen einer Residenz auf der OSTRALE’010 die erste kollektive Produktion PhRasen der Dressur – Eine Herde findet ihren Weg. Danach folgden die Produktionen PhRasen der Dressur – Heilsversprechungen (2011), PhRasen der Dressur – Heilsversprechungen ptII – Der Film (2012), Der Club der Wilden Pferde ruft zur ersten Vollversammlung – Für die Enteignung der Privatsphäre! Gegen die Privatisierung der Intimität! Subjekt. manifestiert. Objekt. (2015), SUPRAMATER -Ein Performance-Projekt über Mutterschaft (2016). 2018 organisierten die Kollektivmitglieder Stephanie Krah und Mooooon das erste FAMILIA*FUTURA-Festival.
PhRasen der Dressur – Eine Herde findet ihren Weg (2010)
In PhRasen der Dressur – Eine Herde findet ihren Weg dreht es sich um Erziehung und Dressur von der Schulklasse bis zum Zuchthaus; um Selbstdisziplinierung in Tanz- und Reitkunst; um den Körper als Instrument des Gehorsams und als Medium von Ausdruck und Kommunikation.
PhRasen der Dressur – Eine Herde findet ihren Weg (August 2010) wurde produziert mit Unterstützung von OSTRALE’010.
Premiere: OSTRALE’010 Dresden DE
Weitere Vorstellungen: OSTRALE’010 Dresden DE, Sophiensæle Berlin DE
Maren Kames am 27. Februar 2011 in der 100Wort! Festivalzeitung
Die Dressurmeisterin (und Soundtüftlerin) öffnet die Stalltür, auf die Spielwiese traben fünf junge Stuten. Sie scheuen, galoppieren und bäumen sich auf. Sie werden dressiert, vermessen, gescannt, getäschelt und begutachtet. Sie sind eigenwillig, verspielt, grazil, wild und zahm. Sie springen gegen Wände, schleichen an ihnen entlang, wälzen sich über den Boden und auf Strohhalmen. Mal formieren sie sich zu einer synchronen Herde, dann tanzt wieder jede nach der Choreographie der eigenen Instinkte. Es wird viel transportiert auf dem Rücken dieser Pferde, in diesen 50 Minuten. Es ist ein ausdrucksstarkes, wunderschön und witzig komponiertes Zusammenspiel aus Soundcollage, Körpersprache und Schauspieleinlagen. Ein Kunstritt, der einen das Wort „Ausdruckstanz“ tatsächlich einmal ganz unironisch und wörtlich benutzen lässt.
PhRasen der Dressur – Heilsversprechungen ptII – Performance und Film (2012)
In PhRasen der Dressur – Heilsversprechungen ptII stellen wilde pferde Fragen nach der Wechselwirkung von Glaubens- und Schaffenprozessen: Wie macht man Glauben und wie glaubt man dem Gemachten? Welchen Heilsversprechen folgt das individuelle Handeln? Braucht das Handeln Rhythmus, um zum Ritus zu werden? Wie viel Fiktion steckt in der Formel? In wie weit schaffen Heilsversprechen Wirklichkeiten? PhRasen der Dressur – Heilsversprechungen ptII ist eine Untersuchung der Bewegungen des Alltags, der kleinen Gesten, die über sich hinaus verweisen auf größere Zusammenhänge.
PhRasen der Dressur – Heilsversprechungen ptII wurde produziert in Unterstützung von Festpielhaus Hellerau , TanzNetzDresden, Kulturstiftung des Freistaates Sachsen Dresden DE und Hotel Pupik – artists in residence St. Lorenzen (Österreich).
Premiere PhRasen der Dressur – Heilsversprechungen:
Festspielhaus Hellerau Dresden DE
Weitere Vorstellungen: Festspielhaus Hellerau Dresden DE, agora collective Berlin DE
Premiere PhRasen der Dressur – Heilsversprechungen ptII: Mica Moca Project Berlin DE
Weitere Vorstellungen: SOPHIENSÆLE Berlin DE, KUNSTFESTIVAL BEGEHUNGEN Chemnitz DE, Wabe e.V Berlin DE
Heilsversprechungen ptII – FILM
Du bist das Mikro, Du stehst auf der Bühne, Du schaffst Realität. Das ist doch alles nur eine Bewusstseinsfrage? Diese Show, dieses Spiel. Was sind die Versprechen von denen du denkst, dass sie dich heilen? Welche Realität produzierst du damit und mit wem teilst du deine Vorstellung? Oder ist das nur eine Kette von Zusammenhängen und wo ist dann Vergangenheit und Zukunft? Bist du jetzt? Dein Wille geschehe
Produziert mit Unterstützung von Festpielhaus Hellerau , TanzNetzDresden, Kulturstiftung des Freistaates Sachsen Dresden DE und Hotel Pupik – artists in residence St. Lorenzen (Österreich).
Der Club der Wilden Pferde ruft zur ersten Vollversammlung – Für die Enteignung der Privatsphäre! Gegen die Privatisierung der Intimität! Subjekt. manifestiert. Objekt. (2015)
Eine partizipative Performance die sich mit privaten und öffentlichen Raum, Scham – Offenbarung, Grenzen, Masken, Rollen, Authentizität und Preisgabe über die Jahrhunderte bis Heute auseinandersetzt. u. A. mit Texten von Richard Sennett und Hannah Arendt.
Der Club der Wilden Pferde ist ein Geflecht von Künstler*innen, Menschen und Musikern, die sich aus ominösen Gründen immer wieder in Dresden zusammen finden… wir suchen uns Themen, Orte und Zeiten und machen Kunst draus – oder zumindest pädagogisch wertvolle Unterhaltung.
Mit Juliane Meckert, Stephanie Krah, Mooooon, Thimo Teiche, Clemens Zichner und Romy Weyrauch.
Eine wilde pferde Produktion in Kooperation mit dem Zentralwerk.
SUPRAMATER – Die Gameshow – Trailer (2016/2017)

Wir alle sind Kinder unserer Mütter. Wir wuchsen in ihren Bäuchen, kamen aus ihren Vaginas, tranken von ihren Brüsten, saßen auf ihren Schößen, zerrten an ihren Nerven… Wir alle kennen sie, die heilige, die unsichtbare, die unbezahlbare SUPRAMATER!
SUPRA lat. über, MATER lat. Mutter – die Übermutter, ein Archetyp der Selbstaufopferung und der bedingungslosen Fürsorge. Sie vollführt die absolute altruistische Handlung: Mutterliebe
Zwei Mütter gewähren in dieser Lecture-Performance Einblick. Körperbilder, Identitäten und biografisches Material verweben sich und begeben sich auf Konfrontationskurs mit einer Nicht-Mutter und ihrem wissenschaftlichen Vortrag. Schnittmengen und Reibungsflächen entstehen. Als symbolisierte Ur-Mütter nehmen wilde pferde das Publikum unter ihre Fittiche. Dabei entsteht eine intime Situation, die nicht mehr zwischen Bühne und Zuschauerraum, trennt. Die Mütter nutzen ihre übernatürlichen Kräfte um sich in einer Gameshow herauszufordern, diese wird unterstützt und angefeuert von Antworten einer für das Projekt angelegten Umfrage, einem wissenschaftlichen Vortrag und natürlich dem Publikum.
Das Projekt SUPRAMATER ist Recherche-Projekt, lecture performance und Internetplattform. wilde pferde sehen in künstlerischen Praktiken das Potential, eindeutige Wertungen zu umgehen, Ambivalenzen und Widersprüche bestehen zu lassen und naturalisierte Annahmen über Mutterschaft und Familie zu dekonstruieren. Das Projekt erforscht die vielfältigen, eigensinnigen Arrangements und (Gleichberechtigungs-) Praxen von Frauen und Männern, die mit Entweder-Oder (Vollzeitmutter-Karrierefrau) Leitbildern der Gesellschaft brechen.
Mit Juliane Meckert, Mooooon, Feray Halil, Nadja Hoppe und Stephanie Krah.
Sprecher Audiocollagen: Thimo Teiche, David Berger
Berlin, Aufführungen Theater Zukunft: 9. und 10.12.2016
Dresden, Aufführungen Zentralwerk: 4. und 5.2.2017
Leipzig, Aufführungen Lofft: 27.2. – 1.3.2017
Berlin, Aufführung Feministischer Kampftag: 24.-26.03.2017